30.04.2016, ab 14:00 Uhr, Bürgerhause WaldböckelheimJahreshauptversammlung Kreisgruppe Bad Kreuznach mit Neuwahl des KJM/Stv. KJM (Jagdschein als Ausweis der Wahlberechtigung nicht vergessen !).

Kreisgruppe Bad Kreuznach
RA Klaus Nieding
Lärchenweg 22-24
55566 Meddersheim
T. 06751 - 856590

> Faszination Jagd

Interview mit unserem KGV Klaus Nieding

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Gegendarstellung zum Artikel "Wild widerrechtlich angelockt ?", AZ Allgemeine Zeitung vom 10.03.2011

Sehr geehrter Herr Schatto,

zu Ihrem heutigen Bericht in der AZ sowie zur "Headline" auf S. 1 der AZ bitte ich Sie, folgende Stellungnahme in Ihrer nächsten Ausgabe zu veröffentlichen, damit der entstandene falsche Eindruck korrigiert wird. Insbesondere die Artikelankündigung auf S. 1 der AZ vom 10.03.2011 ("Wild widerrechtlich angelockt ? Was geschah auf Kahlem Hahn und in Niedings Revier ?") sowie die Überschrift des fraglichen Artikels erweckt beim uninformierten Leser - bewußt oder unbewußt - den Eindruck, dass in meinem eigenen Revier Verstöße gegen die geltenden Bestimmungen festgestellt worden seien. Von daher ist eine Richtigstellung dringend geboten :
 
1. Aus Ihrem Bericht und Ihrer Artikelankündigung auf S. 1 der AZ vom 10.03.2011 geht nicht deutlich genug hervor, dass es sich bei dem fraglichen Revier, in dem die angeblichen Verstöße gegen die Fütterungsbestimmungen entdeckt wurden, nicht um mein Revier handelt und das Revier auch nicht im Hegering Bad Sobernheim, sondern im Hegering Meisenheim liegt. Insbesondere die Artikelankündigung auf S. 1 der AZ ist insofern mißverständlich und erweckt beim uninformierten Leser einen falschen Eindruck.
 
2. Ausweislich Ihres Artikels verlassen Sie sich bei Ihrer Berichterstattung auf anonyme Hinweisgeber. Was davon zu halten ist, kann jeder Leser selbst beurteilen. Bemerkenswert ist aber, dass exakt eine Woche nach Anfertigung der anonymen Fotos in meinem eigenen Revier von dritter Seite Brötchen ausgestreut werden.
 
3. Herr Hoos aus Landau bekommt in Ihrem Artikel breiten Raum zur Verunglimpfung der gesamten Jägerschaft, der Forstbeamten und der Unteren Jagdbehörden im Land mit wertlosen Allgemeinplätzen, ohne dass er offenbar selbst vor Ort gewesen ist. Ebensowenig wie alle Politiker mit einem Doktortitel ihre Dissertationen abgeschrieben haben, ebensowenig wie alle Autofahrer an Karneval betrunken Auto fahren, ebensowenig verstoßen alle Jäger gegen die Fütterungsbestimmungen.
 
4. Sie gehen mit keinem Wort auf die Tatsache ein, dass Rüben und Heu klassische Futtermittel für ein Rotwildrevier sind. Das fragliche Revier Lauschied ist kein Rotwildrevier, so dass die angebliche Fütterung mit Rüben und Heu nicht zum Wildbestand des Revieres passt.
 
5. Wenn selbsternannte Hobby-Tierschützer einfordern, dass Jagd nach wildbiologischen Gesichtspunkten erfolgen müsse, dann müssen sie sich entgegenhalten lassen, dass die Jägerinnen und Jäger umfangreich zur Vorbereitung auf ihre staatliche Prüfung in Fächern wie Wildbiologie etc. geschult und geprüft werden - welches Wissen Hobby-Tierschützer haben, lässt sich dagegen nicht nachprüfen.
 
6. Ausweislich des letzten Zitates in Ihrem Artikel darf Jagd keinen Spaß machen. Welche Motivation soll die Jägerschaft bitte ansonsten haben, sich nächtelang um die Reduzierung der Wildschäden in Feld und Wald zu kümmern und dafür auch noch hohe Kosten (Jagdpacht, Jagdsteuer, Jagdbetriebskosten) auf sich zu nehmen ?

Mit freundlichen Grüßen,

Klaus Nieding | Vorsitzender der Kreisjägerschaft
Hegeringleiter Bad Sobernheim
Lärchenweg 22-24 | 55566 Meddersheim
Tel.: 06751-856590 | Fax : 06751-856647 | Mobil : 0172-6755577
www.jagd-naheland.de

Wild widerrechtlich angelockt?

Von Gert Schatto

JAGD Was geschah auf Kahlem Hahn und in Niedings Revier?

Wurden am „Kahlen Hahn“, rund um den markanten Aussichtspunkt an der Lohmühle, in großem Umfang Waldtiere illegal zum Abschuss angelockt, widerrechtlich „gekirrt“? Fotos, die der AZ vorliegen, zeigen ein im Boden installiertes, mit Mais gefülltes Futterrollrohr, eine Futterraufe, einen Futterautomaten und knapp zwei Schubkarren voll Rüben auf dem Boden. Das Ganze fein abgeschirmt: „Wildruhezone, bitte nicht betreten“, heißt es auf einem Schild.

Die AZ zeigte die Fotos Klaus Nieding, dem Vorsitzenden der Kreisjägerschaft. Tags drauf plötzlich, berichtet jener Mann, der mit einem Zeugen die Fotos machte, waren all die Einrichtungen verschwunden. „Der Wald war plötzlich wie feucht aufgewischt“, berichtet Harald Hoos, Sprecher der Landauer Tierschutzorganisation „Pro Iure Animalis“, dem der Fall von einem Mitarbeiter gemeldet worden war.

Eine Reaktion

Warum Rolle, Futterautomat und Rüben auf einmal verschwanden, kann sich Nieding nicht erklären: Vielleicht sei es aber „die Reaktion auf meine erneute allgemeine Bitte an die Mitglieder des Kreisgruppenvorstandes aus den letzten Tagen, dafür Sorge zu tragen, dass in den Revieren in ihren Hegeringen alles vorschriftsmäßig läuft, damit nicht das Fehlverhalten einzelner die gesamte Jägerschaft im Kreis belastet“.

Hoos kann darüber nur schmunzeln. Was da am „Kahlen Hahn“ gefunden wurde, „ist keine Ausnahme, das ist die Regel“, weiß der Sprecher von Pro Iure Animalis. Jäger lockten ständig mit illegalen Einrichtungen das Wild zum Abschuss.

Für Hoos sind zumindest die Futterrolle und die ausgestreuten Rüben eindeutig widerrechtlich. Den Futterautomaten könnte die Jägerschaft noch als genehmigte Winterfütterung verkaufen - wobei Hoos schon lange keine Temperaturen mehr sieht, bei denen Wildtieren zugefüttert werden müsste.

Im Gegenteil. Die Jäger, so Hoos Vorwurf, griffen so im Winter massiv ins Ökosystem ein. Mit der Fütterung bei Kälte verhindere der Waidmann die natürliche Auslese der Tiere. Der Genuss von Mais und Rüben führe beim Wild außerdem zu „Sodbrennen“ - mit der Folge, dass die Tiere Gerbstoffe für ihren Magen suchen. Konsequenz: Wildverbiss in großem Ausmaß an jungen Pflanzen.

Wildschweinschwemme

Kirrung wie jetzt am „Kahlen Hahn“, schimpft Hoos, dienten zu nichts mehr, als „unter dem Aspekt des Naturschutzes Bestände für die Jagd heranzuzüchten“. Das habe mit Ökologie nichts mehr zu tun. Hoos versteht sich da nicht etwa als militanter Gegner der Jagd: „Mir ist es lieber, wenn ein Jäger ein Wildschwein schießt und es verzehrt, als die Massentierhaltung.“ Doch brächten die Jäger nun mal empfindliche Systeme im Wald völlig durcheinander, eine der schlimmsten Auswirkungen sei da derzeit mit der „Wildschweinschwemme“ zu beobachten.

Nieding wiederum wundert sich, dass die Tierschützer solch schwere Verstöße wie jetzt angeblich auf dem „Kahlen Hahn“ nicht gleich der Kreisverwaltung meldeten, die würde dem schon nachgehen. Stattdessen werde über die Presse versucht, „negative Stimmung gegen die Jägerschaft insgesamt zu erzeugen“.

Hoos winkt da erst mal resigniert ab. Über 100 Verstöße gegen Tierschutz und Jagdgesetz habe seine Organisation bereits an die Ämter gemeldet. Oft werde das aber „ausgekungelt und unter den Tisch gekehrt“. Auch von Förstern erwartet Hoos wenig: „Das ist doch alles eine Klientel, die spucken sich gegenseitig nicht in die Suppe.“

Kampagnen

Nieding wehrt sich vor allem dagegen, solche Verstöße wie jetzt am Kahlen Hahn, so sie konkret sind, auf die ganze Jägerschaft zu münzen. Der Hegeringsleiter hat nämlich schon erlebt, dass „nette Zeitgenossen dem jeweiligen Revierinhaber böse mitspielten und entsprechende Szenarien manipuliert haben ... und dann die Lokalpresse für ihre Kampagnen gegen den Revierinhaber oder die Jägerschaft insgesamt missbrauchten“.

Und wenige Tage später schon kann Nieding der AZ von eben einem solchen Fall berichten. In seinem eigenen Revier fand der Sprecher der Kreisjägerschaft jede Menge Brötchen ausgestreut. Für Nieding ist klar: „Offensichtlich wurde auf diese Art und Weise versucht, die Begehung von Ordnungswidrigkeiten vorzutäuschen“, sprich: Irgendjemand wollte ihm verbotene Anfütterung unterschieben. Grund: sein Engagement und seine exponierte Stellung als Vorsitzender der Jägerschaft.

Grundsätzlich findet es Nieding erstaunlich, dass die Jäger sich immer „für kleinste Ungenauigkeiten rechtfertigen müssen, aber andere, weitaus gravierendere Rechtsverstöße - auch in freier Natur - unkommentiert toleriert werden“. Für den Hegeringsleiter ist klar, „dass da auch ein gutes Stück Stimmungsmache eine Rolle spielt“.

Davon will Hoos indes nichts wissen. Pro Iure Animalis gehe es um die Ökologie im Wald: „Wenn Jagd, dann nach wildbiologischen Gesichtspunkten. Aber keine Hobby- und keine Spaßjagd, zu der man sich mal Freunde einlädt.“


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